Zwei neue Ausstellungen im Schloss Biesdorf

Herzliche Einladung zu zwei neuen Ausstellungen im Schloss Biesdorf ab dem 14. Juni 2020:

Ronald Paris: Bilder vom Sein – Arbeiten aus sechs Jahrzehnten
und
Christine Fenzl: Land in Sonne – Porträts der Nachwendejugend Ostberlins


Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Schloß.
Die aktuelle Situation erlaubt keine reguläre Vernissage,
am 14. Juni 2020 wird das Schloss von 10 Uhr bis 21 Uhr geöffnet sein.
Wir bitten Sie um Verständnis, falls es zu Wartezeiten kommen wird. Im Schloss Biesdorf gelten die üblichen Abstands- und Hygeneregeln, es besteht Maskenpflicht.

© Ronald Paris, Der Runde Tisch, Graphit, 1990.


Ronald Paris: Bilder vom Sein – Arbeiten aus sechs Jahrzehnten

Ausstellung vom 14.06.2020 – 14.08.2020 (in der ersten Etage des Schlosses Biesdorf)
Kuratiert von Dr. Gerlinde Förster

Ronald Paris (*1933) gehört zu den herausragenden Malern und Grafikern seiner Generation. Die retrospektiv angelegte Ausstellung zeigt in einem kontrastreichen räumlichen Gegenüber Malerei und Zeichnungen, die beispielhaft für das Lebenswerk des Künstlers stehen.
Das Werk des Künstlers umfasst Gemälde und Zeichnungen, Grafiken und Collagen, Glasmalerei, Gobelins, Bühnenbilder sowie baubezogene Arbeiten im öffentlichen Raum. Künstlerisch gleichrangig neben großformatigen Arbeiten an exponierten Orten sind die auf der Staffelei im Atelier geschaffenen, häufig durch Literatur, Theater und Reisen inspirierten Bilder und Grafiken.
Paris braucht das Erlebnis der Landschaft, die menschliche Gestalt, und er braucht die damit verbundene Geschichte. Das Verlangen, den Menschen vom Wesen her zu begreifen, hinter die Gründe und Abgründe seines Tuns zu kommen, ist die eigentliche Triebkraft, die das Entstehen seiner Bildwelt bis heute antreibt.
Er sucht den Rückgriff auf antike Gestalten und Mythen, ist von den Dramen Shakespeares bis zur Dichtung Volker Brauns inspiriert und greift dieses Material auf für seine künstlerischen Deutungen. Prometheus, Odysseus, Marsyas, Appolon, Sisyphos, Kassandra, Medea, Ikarus, Iphigenie, Sappho oder Hamlet, Lear u.a. sind für ihn Metaphern, um menschliche Grundthemen in gesellschaftliche Kontext seiner Zeit zu stellen.
Eine wichtige Facette seines Werks sind die Porträts, sie sind der verdichtete Ausdruck seiner realistischen Kunst. Einer der Porträtierten ist Otto Nagel. Noch heute ist die für Paris prägende Zeit an der Akademie der Künste als sein Meisterschüler bei ihm wach. Andere Zeichnungen wie die von Ernst Busch, Hanns Eisler, Heiner Müller, Harry Kupfer und Inge Keller verweisen auf Paris‘ große Nähe zum Theater.
Paris‘ Bedürfnis ist es bis heute, sich künstlerisch einzumischen. Durch viele seiner künstlerischen Deutungen fordert er polemisch-trotzig einen Dialog heraus. Er ist einer der wenigen Bildermacher, der auf der Suche nach der Wahrheit Lebensraum schonungslos ausleuchtet und die Würde des Menschen mit seiner Kunst verteidigt. Dieser Grundzug ist charakteristisch für seine künstlerische Haltung.
Die Ausstellung wird gefördert aus Mitteln des Ausstellungsfonds Kommunale Galerien Berlin der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Flyer zum Runterladen (PDF) [474 KB]

© Christine Fenzl, Benjamin, 2015.


Christine Fenzl: Land in Sonne – Porträts der Nachwendejugend Ostberlins

Ausstellung vom 14.06.2020 – 14.08.2020 (im Erdgeschoss des Schlosses Biesdorf)

Die in Berlin lebende Fotografin Christine Fenzl porträtierte Jugendliche aus den Berliner Bezirken Hellersdorf, Marzahn, Lichtenberg und Hohenschönhausen, die in der Wendezeit und danach zur Welt kamen. Für deren Eltern die Mauer also eine Selbstverständlichkeit bedeutete, in deren eigener Welt diese jedoch kaum mehr vorstellbar ist. Ihre Serie wirft den Blick auf die Generation der »Wendekinder«.
In sensiblen Aufnahmen spürt Fenzl den Geschichten und Erwartungen der Protagonisten nach und bewahrt dabei stets die Perspektive des ungeteilten Interesses an ihren Motiven. Sie zeigt die Menschen nah und unverstellt, im richtigen Licht und in einem vertrauten Moment. Die sich im Wandel befindlichen Orte, in denen insbesondere die Plattenbauarchitektur auf die Vergangenheit schließen lässt, spiegeln dabei auch die Jugend als einen Zustand des Übergangs wider.
Christine Fenzl hat die tiefgreifenden Veränderungen, die Berlin nach dem Mauerfall durchlaufen hat, selbst erlebt. Bereits 1992 zog sie dort hin und wurde Assistentin von Nan Goldin. Zunächst lebte sie im Westteil der Stadt, dann im ehemaligen Ostteil Mitte, wo Erneuerung und Umbruch, aber auch Herausforderungen täglich spürbar waren. Gerade an den Orten, an denen bereits erneuert und erschlossen wurde, wird es immer schwieriger, sich an den genauen Verlauf der Grenze zu erinnern.
»Ich fürchte, dass die Bilder dieser Zeit verschwinden. Angetrieben von der anhaltenden Veränderung, aber dennoch spürbaren ehemaligen Teilung der Stadt, ist es mir wichtig, der ‚Wendekinder‘-Generation ein Gesicht zu geben. Ich will die jungen Frauen und Männer in Bildern festhalten, die in diese besondere Zeit hineingeboren und somit Teil der Geschichtsschreibung sind«, resümiert Christine Fenzl.
Die Ausstellung wird gefördert aus Mitteln des Ausstellungsfonds Kommunale Galerien Berlin der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Flyer zum Runterladen (PDF) [623 KB]

Karin Scheel
Künstlerische Leiterin Schloss Biesdorf

Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Abteilung Weiterbildung und Kultur, Soziales, Facility Management
Fachbereich Kultur

Alt-Biesdorf 55, 12683 Berlin
Tel. +49 – 30 - 516567790

www.schlossbiesdorf.de
info@schlossbiesdorf.de